Archiv für Juli 2013

Radio Flora interviewt Karl zum Aktionscamp

In der gestrigen Sendung von Culture Courage auf Radio Flora gab es einen Beitrag zum Aktionscamp gegen Tierfabriken. Darin enthalten ist ein Interview mit dem beteiligten Aktivisten Karl über das Camp an sich, die Bockade der Fleischtransporter und seine Festnahme während einer Aktion in Nienburg.

Den zirka sechsminütigen Beitrag könnt ihr euch hier als MP3-Datei runterladen und anhören.

Nun ist das Camp seit einer Woche vorbei

Wir vom Orgateam möchten uns bei allen bedanken, die sich an dem Camp beteiligt haben und es auf vielfältige Art und Weise unterstützt haben. Das Camp gab vielen Menschen die Möglichkeit sich kennen zu lernen, sich auszutauschen, zu diskutieren, Aktionen zu planen und durchzuführen. Wir hoffen, das Camp war erst der Anfang vom Widerstand gegen den geplanten Ausbau von Wiesenhofs Schlachtfabrik in Wietzen-Holte.

Ausführlichere Berichte von einzelnen Aktionen, Vorträgen, Workshops und Eindrücken vom Camp werden in der nächsten TIERBEFREIUNG und im grünen blatt erscheinen. Sie werden dann auch hier veröffentlicht.

Wenn ihr im Nachhinein in irgendeiner Form von Repression betroffen sein werdet – z. B. durch eine Vorladung der Polizei, einen Hausbesuch oder einen Strafbefehl –, dann meldet euch doch bitte unter acgt @ riseup.net. Wir beraten euch gerne und bieten euch an, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wie ihr mit so etwas umgehen könnt.

„Klassenkampf am Schlachthoftor“

Folgender Bericht über das Camp erschien in der sozialistischen Tageszeitung „Neues Deutschland“:

Von Robert D. Meyer
17.07.2013

„Klassenkampf am Schlachthoftor
Tierrechtler blockierten Betrieb der Firma Wiesenhof in Niedersachsen
Tierrechtler trafen sich eine Woche lang zu einem »Protestcamp gegen Tierfabriken« auf einen Hof in Norddeutschland. Ihre Kritik richtete sich dabei nicht nur gegen Haltungsbedingungen in der Massentierhaltung, sondern den Kapitalismus insgesamt.

Auf dem Boden liegende Zweige zerknicken, Blätter an Sträuchern und Bäumen rascheln als eine Gruppe Tierrechtler durch ein kleines Waldstück bei Wietzen in Niedersachsen schleicht. Das Ziel der Aktivisten ist eine am Ortsrand des Dorfes Holte gelegene Geflügelschlachtfabrik der Firma Wiesenhof. Noch ist der Betrieb nur schemenhaft durch das Blattwerk des Waldes erkennbar, doch längst ist seine Präsenz allgegenwärtig. Die Lüftungsanlage des Schlachthofs dröhnt unüberhörbar herüber. Am Rande eines rechter Hand gelegenen Getreidefeldes zeichnet sich eine Straße ab, auf die im Viertelstundentakt grüne Lastwagen einbiegen und sich dem Betriebsgelände nähern. Die Gruppe hält sich im Gebüsch versteckt, bis ein Lastkraftwagen nur noch wenige Meter vom Schlachthof entfernt ist. Einer der Tierrechtler gibt ein Zeichen, die Gruppe rennt aus dem Wald auf die Straße und versucht, den Transporter zu stoppen.
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Aktionen und Festnahmen am Montag

Pressemitttelung

- Aktionen für Tierbefreiung und gegen Umweltverschmutzung in der Nienburger Innenstadt – Festnahmen nach Demonstration-

Am Montag den 15.07. fanden in der Nienburger Innenstadt verschiede Aktionen gegen Wiesenhofs Schlachtfabrik und die gesamte Tierausbeutungsindustrie statt.
Aktivist_innen haben mit Schablonen und Bürsten, Sprüche auf die Straße geputz. „Wiesenhof bedeutet Leid“ war einer von denen die jetzt auf dreckigen Stellen sauber zu lesen sind.
Außerdem waren Reporter_innen vom „Mars“ da, die Pasant_innen mit Fragen konfrontierten wie „Ist es normal das auf der Erde Lebewesen andere töten?“ oder „Wo kommt eigentlich die Milch her“. Dardurch entstanden spannende Diskussionen unter den Anwesenden – welche durch die aktuelle Berichterstattung großteils schon angeregt war.
Außerdem zog eine Pro Fleisch Demo durch die Stadt, wogegen Aktivist_innen spontan eine Demo veranstalteten. Sie kritisieren den Umgang mit nicht menschlichen Lebewesen in dieser Gesellschaft und betten diese Kritik in eine Gesellschaftkritik ein, in welcher an den Bedürfnissen von Mensch und Tier vorbei gewirtschaften werde und Leiden und Umweltverschmutzung in Kauf genommen wird.
Die Aktionen endeten heute mit zwei brutalen Festnahmen. Eine der Demonstant_innen wurde festgenommen- vorgeworfen wird ihr ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz. Bei dem Abtransport dieser stand ein anderer dem wegfahrenden Polizeifahrzeug im weg, was dazu führte, dass der schon zuvor sehr gereizte Polizist -weil Menschen mit Kreide gemalt hatten- aus dem Auto sprang und mit einem Ausschrei „verpissen dich“ den rumstehenden Menschen zunächst gegen die nächste Wand schubste um ihn anschließend im Würgegriff in ein Polizeiauto zu führen. Dies alles wurde auf Video mitgeschnitten und ist breits auf YouTube zu sehen.
Der Aktivist wurde ebenfalls mitgenommen.

Initiative „Fleisch für die Welt“ demonstriert in Wietzen

Heute fand in Wietzen- Bredenbeck eine Solidaritätsveranstaltung für die Initiative „Schweinehalter gegen Krebs“ statt, die von den Landfrauen Nienburg organisiert wurde.
Mit Grillfleisch, Bratwürsten und viel Informationsmaterial zur Schweine- und Tierzucht feierten sich die Landwirte der Region Nienburg.
Eine gute Gelegenheit für die Initiative „Fleisch für die Welt“ ihre Solidarität mit den durch Tierbefreiungsaktivist_innen arg gebeutelten Agrarindustriellen auszudrücken.
Mit einem Transparent und mehreren Schildern, auf denen unter anderem zu lesen war „Fleisch für alle, sonst gibt es Krawalle“, „Das Huhn oder ich“, „Wer braucht schon Regenwald, wenn es Arbeitsplätze gibt“, zog die 10- köpfige Demosntration am Veranstaltungsort vorbei. Dabei wurden für die anwesenden Bürger_innen gut hörbar Parolen wie „Tiere haben wir schon immer gejagt, heute jagen wir im Supermarkt“ und „Hoch die internationale Fleischqualität“ gerufen.
Ein wenig überrascht über die unerwartete Solidarität mit ihrem Anliegen, hielten sich die Besucher_innen mit ihrere Begeisterung stark zurück.
Da sich auch niemand in die Demo einreihte, als diese ein zweites Mal an der Veranstaltung vorbeizog, gaben die Demonstranten frustriert auf und machten sich auf den Heimweg.
Damit die Vorbereitungen und der Aufwand, der für die Demonstration betrieben wurde nicht umsonst gewesen ist, entschlossen sich die Demonstranten beim gerade stattfindenen Aktionscamp gegen Tierfabriken vorbei zu fahren und dort mit Entschlossenheit die Chaoten zur Vernunft zu bringen.