Wiesenhof-Schlachthof blockiert

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Wietzen, 08.08.2014, 18:00 Uhr. Soeben haben TierrechtsaktivistInnen die zwei Zufahrten des Wiesenhof-Schlachthofs in Wietzen-Holte blockiert. Zwei Personen haben sich mit Bügelschlössern an einem Tor befestigt; weitere AktivistInnen befinden sich in einer Sitzblockade am anderen Eingang. Die Polizei ist bereits vor Ort, aber eine Räumung steht noch nicht an.

„Mit unserer Aktion wollen wir uns der industrialisierten Tötung von fühlenden Individuen direkt in den Weg stellen“, so Lisa Clausen, eine beteiligte Tierrechtlerin. „Wir protestieren zudem gegen die geplante Erweiterung der Schlachtfabrik, in der bereits jetzt 140.000 Hühner pro Tag gewaltsam um ihr Leben gebracht werden.“

Zur Zeit findet ein mehrtägiges „Aktionscamp gegen Tierfabriken“ im nahegelegenen Asendorf statt, bei dem in Workshops und Vorträgen die Problematik der Tierindustrie beleuchtet und diskutiert wird. Es kommen dabei tierethische Aspekte ebenso wie die Umwelt- und Klimaauswirkungen sowie die globalen Wirtschaftszusammenhänge zur Sprache.

„Was die Unternehmen der Fleisch-, Milch- und Eierindustrie alltäglich tun, ist in verschiedensten Hinsichten unerträglich.“, sagt Lisa Clausen. „Empfindende Lebewesen werden zu bloßen Waren und Ressourcen gemacht und nach einem elenden Leben brutal getötet. Ein Großteil der Futtermittel für die europäischen ‚Nutztiere‘ wird im globalen Süden erzeugt, wobei Menschen entrechtet und ausgebeutet und in großem Stil die Umwelt zerstört wird. Die Tierhaltung ist ein wesentlicher Faktor der Klimaerwärmung. Nicht zuletzt werden hierzulande Grundwasser und Ökosysteme belastet und hochgefährliche Keime freigesetzt. All das geschieht, wie in der kapitalistischen Wirtschaft üblich, allein für den Profit von Unternehmen.“

Besetzungen und Blockaden werden von den TierrechtlerInnen als geeignetes Mittel angesehen, die „Maschinerie der Ausbeutung“ zumindest zeitweise zu unterbrechen. Bloße Appelle an KonsumentInnen seien nicht ausreichend. „Natürlich setzen wir uns auch dafür ein, dass immer mehr Menschen vegan leben und so die Tierindustrie nicht mehr finanziell unterstützen“, so Clausen. „Allerdings werden auch viele Tierprodukte bereits für den Export produziert. Wir wollen auch darauf aufmerksam machen, dass die Mast- und Tötungsfabriken hier überall in der Nähe unserer Wohnungen stehen. Sie können nur weiterbetrieben werden, solange die Menschen drumherum das zulassen. Wir wollen nicht mehr zuschauen.“